Im Rahmen der Krisenvorsorge Gas unterstützt ITC PowerCommerce® EnMS lokale Gasnetzbetreiber dabei, Abschaltpotenziale in ihren Netzen zu ermitteln und zu berichten.

Im Rahmen der Krisenvorsorge Gas sind lokale Gasnetzbetreiber dazu angehalten, die Abschaltpotenziale in ihren Netzen zu ermitteln und diese an den übergeordneten Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) zu melden. Geeignete Tools, wie die Energiemanagement-Software ITC PowerCommerce® EnMS, unterstützen dabei, diesen Prozess zu vereinfachen. Mit dem nächsten, planmäßigen Update lassen sich die Abschaltpotenziale noch einfacher ermitteln, verwalten und für den Bedarfsfall vorhalten. (Layout: © ITC AG | Fotos: fanjianhua-freepik.com, Designed by Freepik)

Aufgrund geopolitischer Ereignisse ist das Risiko eines Engpasses in der Gasversorgung nun zunehmend ernst zu nehmen. Im Zuge der im Juni 2022 ausgerufenen Warnstufe 2 (Alarmstufe) innerhalb des „Notfallplans Gas“ wurden nun festgelegte Prozesse eingeleitet, um im Falle eines Versorgungsengpasses Maßnahmen zur Reduktion des aktuellen Lastflusses umzusetzen. „Unter anderem sind in den einzelnen Gasversorgungsnetzen Abschaltpotenziale zu ermitteln. Diese Potenziale, angegeben als Tagesmittelwert in kWh/h, müssen dazu zunächst errechnet und für den Bedarfsfall für den jeweils übergeordneten Netzbetreiber vorgehalten werden. Unser Energiemanagement-Portal ITC PowerCommerce® EnMS kann dazu beitragen, diesen Prozess zu vereinfachen“, sagt Steve Pater, Senior Technical Consultant bei der ITC AG.

Etablierte Software
Viele EVU und Stadtwerke nutzen ITC PowerCommerce® EnMS bereits für das interne Energiemanagement nach ISO 50001 sowie für die Bereitstellung von Energiemanagementservices bei Groß- und Bündelkunden. „Ein weiterer Anwendungsfall, der sich mit den ‚Bordmitteln‘ der Plattform abbilden lässt, ist das Management der Abschaltpotenziale im Bereich Krisenvorsorge Gas. Denn die Anwendung ermöglicht es, Gaslastgänge zu verwalten, zu visualisieren, Berechnungen anzustellen, Kennwerte zu ermitteln und diese auf Abruf vorzuhalten“, betont Steve Pater. EVU und Stadtwerke mit eigenen Gasnetzen können somit bereits heute auf ein performantes Werkzeug für das Management von Abschaltpotenzialen zurückgreifen.

Update bringt einfachere Handhabung
Mit dem nächsten Release von ITC PowerCommerce® EnMS wird das Management der Abschaltpotenziale noch einfacher. Dann erhält die Plattform ein flexibles Berichts-Tool, mit dem alle relevanten Kenngrößen noch übersichtlicher zusammengeführt und für frei wählbare Berichtszeiträume dargestellt werden können. „Erstellte, benutzerindividuelle Berichte lassen sich dabei speichern und bei Bedarf direkt aufrufen. Das universelle Berichts-Tool schafft damit auch einen Mehrwert für alle anderen Anwender respektive Anwendungsgebiete der Plattform“, fügt Steve Pater hinzu. Im Umfeld des kommunalen Energiemanagements lassen sich so beispielsweise Energieberichte für Gebäude, Liegenschaften oder die ganze Kommune erzeugen.

Einfach upgraden oder mit der ITC Cloud direkt starten
Bisherige Anwender der ITC-Portal-App, die aktuell ausschließlich die Customer Self Service (CSS)-Prozesse nutzen, können die Funktionen zur Verwaltung der Abschaltpotenziale ganz einfach über ein Upgrade freischalten lassen. Gasnetzbetreiber, bei denen die Plattform bisher noch nicht im Einsatz ist, können mit der Cloud-Variante auch direkt starten – ohne aufwändiges Setup. Die mandantenfähige Energiemanagement-Plattform wird völlig autark in der ITC Portal-Cloud betrieben. Über den bereits im Standard enthaltenen MSCONS- und CSV-Adapter lassen sich RLM-Daten der Sparten Gas und Strom direkt importieren und auswerten. Das ausgeprägte Rollen- und Rechtekonzept ermöglicht es dabei auch, verschiedene Akteure einzubinden. Dies können beispielsweise die Mitglieder des Krisenteams sein, wie Ingenieure oder Gasmeister.

Hintergrund Notfallplan Gas
Der Notfallplan Gas wurde erstmals 2012 vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft aufgestellt und danach alle vier Jahre aktualisiert. Die aktuelle Fassung stammt von September 2019. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 30. März 2022 die erste Stufe (Frühwarn-Stufe) ausgerufen. Anlass war Russlands Drohung eines Lieferstopps, wenn die Bezahlung der Gaslieferungen nicht in Rubel erfolge. Am 23. Juni 2022 wurde aufgrund gedrosselter Gaslieferungen aus Russland die zweite Stufe (Alarmstufe) des Notfallplans Gas ausgerufen, infolgedessen es zu den festgelegten Prozessen kommt.